HRT = Präzisionsvermessung des Sehnerven mit dem Laser-Scanner bei Glaukom oder Glaukomverdacht
Was ist ein Glaukom?
Das Glaukom, im Volksmund „Grüner Star“, ist eine der häufigsten Erblindungsursachen in unseren Breiten. Allein in Deutschland sind knapp eine Million Menschen von dieser Erkrankung betroffen, 3 Millionen von einer der Vorstufen, dem erhöhten Augendruck. Der Schaden, den ein Glaukom am Sehnerven verursacht, entsteht durch die mangelhafte Blutversorgung des Nervengewebes. Dieser Gewebsschwund wird zwar oft, aber nicht immer durch einen hohen Augendruck verursacht. Ohne entsprechende Behandlung, meist durch Augentropfen, kann das seitliche Sehen, das sog. „Gesichtsfeld“, in zunehmendem Maße zusammenschrumpfen. Die Betroffenen selbst bemerken dies meist zu spät.
Wer ist vom Glaukom gefährdet?
Das Glaukom kann jeden befallen. Das Risiko erhöht sich unter anderem bei folgenden Bedingungen: Höheres Alter, Dunkle Rasse, niedriger Blutdruck, Glaukom in der Verwandtschaft, Neigung zu Durchblutungsstörungen der Hände und Füße, Verletzungen oder Entzündungen des Augeninneren und längere Kortisonbehandlung.
Wie entdeckt man ein Glaukom?
Bei rechtzeitiger Behandlung lässt sich eine Sehstörung in den meisten Fällen vermeiden. Da man an sich selbst das Glaukom über die Jahre nicht spürt, weder durch Schmerzen, noch durch eine verminderte Sehkraft, müssen wir Augenärzte mit speziellen Methoden nach dieser heimtückischen Krankheit suchen. Hierzu gehört nicht nur die Messung des Augeninnendrucks, sondern auch die genaue Betrachtung des Sehnervenkopfes am Augenhintergrund. Dieser weist eine mit fortschreitendem Glaukom zunehmende Einsenkung in seiner Oberfläche auf.
Zur vorsorglichen Überwachung des Sehnerven hat sich in zahlreichen Glaukom- Forschungszentren der Welt die dreidimensionale Vermessung seiner Oberflächenform mit Hilfe eines Laser-Scanners bewährt. Dieses Gerät, der „Heidelberg Retina Tomograph“ ( HRT ), tastet die Oberfläche des Sehnerven mit einem feinen Laserlichtstrahl in höchster Auflösung ab, berechnet hieraus die erforderlichen Daten und druckt einen Befundbericht aus. Dadurch kann die Entwicklung des Glaukoms Jahre vor dem Auftreten spürbarer Beschwerden festgestellt werden. Der HRT speichert die Präzisionsdaten vom Sehnervenkopf ab und macht durch einen automatischen Vergleich von Folgebefunden auch kleinste Veränderungen im Verlauf erkennbar.
Die Untersuchung mit dem „ HRT “
Der eigentliche Messvorgang braucht nur wenige Sekunden und ist vollkommen schmerzlos und ohne lästige Folgen, da er meist keine Erweiterung der Pupille erfordert. Die optimale Fokussierung und die weitere Datenauswertung erfordern allerdings viel Erfahrung. Ihre Befunde werden zum späteren Vergleich abgespeichert und in einem übersichtlichen Schema ausgedruckt, welches Sie ausgehändigt bekommen können. Wir werden Sie beraten, in welchen Abständen eine Kontrolluntersuchung erforderlich ist, um den Verlauf zu überwachen, in den meisten Fällen alle ein bis zwei Jahre. Für weitere Auskünfte stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung.